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01.07.2010 - OB Lützner wird neuer Vorsitzender der ASG

Holzgerlingen. Der Böblinger Oberbürgermeister Wolfgang Lützner ist neuer Vorsitzender der Ammertal-Schönbuchgruppe.
In der Verbandssitzung des Wasserversorgers wurde Lützner einstimmig gewählt. Damit tritt er die Nachfolge seines Amtsvorgängers Alexander Vogelgsang an, der dem Verband über zwei Jahrzehnte vorstand.

Der neue Chef der Böblinger Verwaltung will die Verbandspolitik seines Vorgängers weiterführen. Nachhaltiges Wirtschaften sei gerade auch aus dem Blickwinkel des Klimawandels und seiner Folgen ein Gebot der der Stunde. "Wer könnte dies besser, als kommunale, regional verwurzelte Unter-
nehmen, die ganz nah am Bürger sind". Dies habe sich in den letzten Jahren - angesichts hochriskanter Finanzierungsmodelle von Cross-Border-Leasing deutlich gezeigt. Lokales und kommunales Handeln biete viele Möglichkeiten. Für die Stärkung der öffentlich-rechtlichen Wasserversorgung wolle er das ganze Gewicht seines neuen Amtes in die Waagschale werfen, versprach der neue Verbandsvorsitzende.
Dies ist ganz im Sinne des Verbands: Die Wasserversorgung wünscht sich Stellvertreter Friedrich von Ow-Wachendorf, Bürgermeister der Verbandskommune Ammerbuch, "im Sinne von Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit auch in Zukunft sicher und preiswert in kommunaler Hand". Ein öffentlich-rechtlich organisiertes Unternehmen wie der Zweckverband unterliege nicht der kartellrechtlichen Aufsicht, sondern der Aufsicht der Verbandsgemeinden und der Rechtsaufsicht des Regierungspräsidiums. Ein Gewinnstreben sei satzungsgemäß ausgeschlossen. Wasserversorgung gehört zur kommunalen Daseinsfürsorge.
Die Zahlen im Geschäftsbericht, den Geschäfts- führerin Astrid Stepanek vorlegte, sprechen eine deutliche Sprache: Man wirtschaftet sparsam und effizient.

Das Jahr  2009  schloss mit einem Überschuss  von rund 99 700 Euro ab, die Rückzahlungs- beiträge werden den Verbandsgemeinden auf das Jahr 2011 angerechnet. 
Insgesamt ist die Wasserabnahme seit den neunziger Jahren leicht rückläufig, konstatierte Geschäftsführerin Stepanek. Dies liegt zum einen an der demografischen Veränderung, aber auch an der wirtschaftlichen Entwicklung. Die Stadt Böblingen steht als exemplarisches Beispiel dafür: die Reduzierung der US-Streitkräfte am Standort Böblingen und die Schließung des IBM-Nachfolgewerks NXP sind dafür verantwortlich, dass der Wasserbedarf in der Kreisstadt um 12 Prozent zurückgegangen ist.

Zufrieden zeigte sich von Ow-Wachendorf, dass in den nächsten Wochen ein entscheidender Schritt zur zukünftigen Sicherung des Wasservorkommens abgeschlossen werden kann: Das Erweiterungs- und Ergänzungsverfahren im Wasserschutzgebiet Gäu stelle auch für die zukünftigen Generationen den Schutz eines reichhaltigen Wasservorkommens dar.
Wasser und Abwasser gehören im Kreislauf zusammen, darin sieht der neue Verbandsvor- sitzende auch eine Herausforderung für die Zukunft. Als einen wichtigen Beitrag zum Schutz des Grundwasser und der Obeflächengewässer führte er die neue Aktivkohlebehandlung in der Kläranlage Böblingen/Sindelfingen an. Erst vor kurzem konnte der erste Spatenstich für die neue Anlage vorgenommen werden. Ziel ist es, mit der rund 4,7 Millionen Euro teuren Anlage vor allem Reste von Medikamenten und Hormonpräparaten aus dem Abwasser herauszufiltern um die schädlichen Stoffe aus dem Wasserkreislauf herauszunehmen.
"Umdenkungsprozesse auf nationaler und europäischer Ebene werden uns in den nächsten Jahren beschäftigten", prognostiziert Lützner, in erster Linie denkt er dabei an die neue Grundwasserverordnung und die Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.


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